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Lexikon der Aquakulturtechnik

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Tilapia 

Tilapia ist ein Sammelbegriff für Fische, die zur Familie der Buntbarsche (Cichlidae) gehören. Typisches Kennzeichen der Buntbarsche ist die lange Rückenflosse, bei der das erste Dutzend Flossenstrahlen als Hartstrahlen (Stacheln) ausgebildet ist. Die Tilapia sind in den tropischen und subtropischen Gewässern von Afrika, Südamerika und Asien beheimatet. Hauptverbreitungsgebiet ist Afrika mit über 700 Arten. In der freien Natur kann der z. B. der Nil-Tilapia bis zu 7Jahren alt werden, bei einem Gewicht von ca. 2,5...3 kg (Bild Oreochromis niloticus).

Der Tilapia ist aufgrund seines schnellen Wachstums, der leichten Vermehrbarkeit und der hohen Widerstandsfähigkeit gegen äußere Umwelteinflüsse (Wasserqualität, Futter etc.) einer der wichtigsten und erfolgreichsten Zuchtfische weltweit. Einzig an die Wassertemperatur stellen sie engere Ansprüche. Der Nil-Tilapia fühlt sich bei Temperaturen von 20 bis 30 Grad am wohlsten. Er wird wegen dieser Eigenschaften auch aquatic chicken genannt.

Tilapien sind revierbildend und in der Laichzeit sehr aggressiv gegenüber Artgenossen. Tilapien sind untereinander verträglich und nicht kannibalisch. So können adulte Tiere zusammen mit ihrem Nachwuchs gehalten werden. Nur das Territorialverhalten während der Balz  verursacht häufig Probleme. Wenn den Tieren nicht genug Platz zur Verfügung steht, können sie einander auch töten.

Bei idealen Temperaturen (ca. 25°C) wächst er schnell, da er ein guter Futterverwerter ist.
Der Nil-Tilapia ist alles fressend (euryphage). Die Fähigkeit, suspendierte Partikel ab einer Grösse von etwa 100 µm zu filtern, verbreitert ihr Nahrungsspektrum auf größere Algen. Werden die Futtermittel in Pellets u. ä. gefüttert, können u. a.  landwirtschaftliche Abfälle und Haushaltsabfälle verfüttert werden.

In der Zucht werden 3 Arten eingesetzt, eingeteilt nach ihrer Vermehrungsstrategie:

  • Oreochromis (Nestbauer und Maulbrüter, nur Weibchen brüten)

  • Tilapia (Nestbauer und Bodenbrüter

  • Sarotherodon (Nestbauer und Maulbrüter, Weibchen und Männchen brüten)

Die größte Bedeutung für die Aquakultur hat der Nil-Tilapia (Oreochromis niloticus). Er wird sowohl in der extensiven, als auch in der intensiven Zucht vor allem in Afrika, Asien und den USA eingesetzt (® Aquakultursysteme).

Das Gewicht des Nil-Tilapia wird in der intensiven Zucht in Abhängigkeit von der Futterqualität in ca. 8...9 Monaten auf ca. 500 gr. gebracht. Die Besatzdichte liegt in der intensiven Zucht bei ca.100 Stck/m3 während der letzten Wachstumsphase (letzten 70 Tage).
In der extensiven Zucht werden die Tilapia nach 5...6 Monaten mit bis zu 150...300 gr. abgefischt. Die Besatzdichte ist entsprechend geringer:

Der Tilapia ist ein wichtiger Speisefisch. Wichtigster Konsummarkt ist in Europa Großbritannien. Größtes Lieferland für Europa ist Taiwan. Der Tilapia wird in ca. 85 Ländern der Welt gezüchtet, wobei allein in den USA jährlich schon 45000 Tonnen verkauft werden.

Größter Tilapia Produzent in Lateinamerika ist Mexiko mit 67000 t Tilapia (2003). 8% der Erntemenge werden mit intensiven Farmmethoden (Kreislaufanlagen, Schwimmgehegen, Teichanlagen) produziert. Der Hauptteil stammt aus Seen und Stauseen.

Weitere Informationen:

® Fotos rund um die Tilapiazucht (engl.)
® Links zur Tilapiazucht (engl.)

 

 
 




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