+++ Aquakulturtechnik +++ Aquakultur +++ Meeresbiologie +++ Fischzucht +++ Kreislaufanlagen +++ Algenzucht +++ Fischerei +++ Fischereiwirtschaft +++ Nutzfische +++ Seafood +++ Muschelzucht +++ Fischfarm +++ Teichwirtschaft +++ Binnenfischerei +++ Garnelenzucht +++ Fischereiprodukte +++ Biofisch +++ Krustentiere +++ Shrimpfarming +++ Fischfutter +++ Fischindustrie +++ Ökofisch +++ Fisch +++ Fischereibiologie +++

  www.aquakulturtechnik.de

 

Home
News
Technik
Aquakulturführer
Forschung
Service
Ausbildung
Rund um den Fisch
Lexikon
Marktplatz
Newsletter
Sponsoring
Forum
Bücher

 

Lexikon der Aquakulturtechnik

A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z

Transgene Fische

Weltweit werden pro Jahr etwa 80 Mio. Tonnen Fisch gefangen, weitere 40 Mio. Tonnen werden in Fischzuchten (Aquakulturen) produziert. Dabei ist man bemüht, die Fische an die spezifischen Haltungsbedingungen in Fischzuchten anzupassen: schnelleres Wachstum, bessere Futterverwertung, Krankheitsresistenz. An den bisherigen Zuchtzielen ändert sich durch die Gentechnik wenig. Die Gentechnik beschleunigt die Zuchtarbeit und ermöglicht das Einschleusen von artfremden Genen.

Fische haben gegenüber Säugetieren einige Vorteile bei der gentechnischen Bearbeitung: die Befruchtung der Eier und die Entwicklung der Embryonen findet nämlich nicht im Mutterleib sondern am Gewässergrund statt. Die Eier müssen also nicht aufwändig entnommen, bearbeitet und dann wieder ins Muttertier eingesetzt werden. Außerdem steht eine große Menge an Eiern zur Verfügung; mehrere Experimente können parallel durchgeführt werden. Bisher sind hauptsächlich der atlantische Lachs, die Forelle und der Karpfen gentechnisch verändert worden.

Zuchtziele:
  1. Schnelleres Wachstum und größere Fische durch Übertragung eines Wachstumshormons.

  2. Kältetoleranz durch Einschleusen eines "Antifreeze Proteins AFP" der Flunder.

  3. Krankheitsresistenz

  4. Sterilität, um die Auskreuzung in bestehende Wildpopulationen zu verhindern.

  5. Leuchtende Zebrafische für Aquarienhalter sind die ersten zugelassenen gentechnisch veränderten Fische. Bisher gibt es außer dem Zebrafisch weltweit keine Zulassungen, obwohl manche Fische bereits Marktreife erlangt haben.

Eine amerikanische Firma (A/F Protein) hat in Kanada (Aqua Bounty Farms) bereits einen marktreifen transgenen Lachs produziert, dem das AFP-Protein übertragen wurde und der gleichzeitig eine Überproduktion des Wachstumshormons zeigt. Er wächst vier bis sechs mal schneller als seine natürlichen Artgenossen. Seit 1999 wartet die Firma auf eine Zulassung des Lachses durch die amerikanische Lebensmittelbehörde FDA. Doch je länger das Verfahren dauert, desto größer wird der Widerstand. Man befürchtet Umweltrisiken durch Auskreuzung der Gene auf den Wildlachs. Computersimulationen haben einen sog. "Trojanischen Gen-Effekt" gezeigt. Falls ein Gen einerseits die Fortpflanzungsfähigkeit erhöht (größerer Fisch), andererseits aber seine Überlebensfähigkeit beeinträchtigt (beispielsweise langsamer bei der Flucht vor Feinden), kann ein Bestand aussterben. Weitere Bedenken gelten den immer wieder auftretenden Wucherungen und Missbildungen. Nicht zuletzt würde eine weitere Steigerung der Lachsproduktion die Preise noch weiter unter Druck setzen.

Wie bereits erwähnt ist der Zebrafisch der einzige zugelassene gentechnisch veränderte Fisch. Ursprünglich wurden Leuchtfische in Singapur entwickelt, um Umweltverschmutzungen in Gewässern zu ermitteln. Der Fisch hat sich nur dann verfärbt, wenn Giftstoffe im Wasser waren. In Taiwan wurde Mitte 2003 ein fluoreszierender Aquarienfisch — Night Perl — auf den Markt gebracht, der ein Gen einer Qualle enthält. Seit Anfang 2004 gibt es in den USA den sog. GloFish der Firma Yorktown Technologies zu kaufen, der ein Gen der Seekoralle bzw. Anemone enthält und bei Lichteinfall rot leuchtet. Organisationen, Verbände und Interessengruppen haben aber heftig protestiert und sogar die Regierung verklagt, um den Verkauf des GloFish zu stoppen. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen.

 

Tabelle: Gentechnisch bearbeitete aquatische Spezies (FAO, 2003)

Name

Lateinischer Name

Anzahl verwendeter Gentechn. Konstrukte

Atlantic Salmon

Salmo Salar

6

Atlantischer Lachs

Coho Salmon

Oncorhynchus kisutch

4

Silberlachs

Chinook Salmon

Oncorhynchus tshawytscha

3

Königslachs

Tilapia

Oreochromis spp.

12

Buntbarsch

Medaka

Oryzias latipes

17

Japan-Reiskärpfling

Zebra fish

Brachydanio rerio

14

Zebrafisch

Common Carp

Cyprinus Carpio

14

Karpfen

Channel catfish

Ictalurus punctatus

9

Getüpfelter Gabelwels

African catfish

Clarias gariepinus

1

Wels

Rainbow trout

Oncorhyncus mykiss

7

Regenbogenforelle

Cutthroat trout

Oncorhyncus clarki

1

 

Goldfish

Carrassius auratus

5

Goldfisch

Northern pike

Esox lucius

2

Hecht

Loach

Misgurnus anguillicaudatus

2

Schlammpeitzger

Sea bream

Sparus aurata

2

Goldbrasse

Red sea bream

Pagrus major

1

Seebrasse

Blunt snout bream

Megalobroma amblycephala

1

 

Nigorobuna

Carrassius auratus grandoculis

1

 

Walleye

Stizostedion vitreum

1

Amerikanischer Zander

Brine shrimp

Artemia franciscana

1

Salinenkrebs

Seaweed

Laminaria japonica

1

Brauner Seetang

Sea Urchin

Strongylocentrotus purpuratus

1

Seeigel

Abalone

Haliotus rufescens

1

Seeohr

(Quelle: http://www.munichre.com/)

 

 

 
 




   zurück zum Seitenanfang | zur Startseite zurück | Anfrage/Kontakt |

Senden Sie E-Mails mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: office@aquakulturtechnik.de
Copyright © 2004 m-haditec GmbH & Co. KG