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Lexikon
der Aquakulturtechnik
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Membranverfahren
Membranverfahren sind rein physikalische Verfahren zur Stofftrennung,
bei denen das zu behandelnde Medium bzw. Prozesswasser in ein Permeat
und ein Konzentrat aufgeteilt wird. Triebkraft ist eine Druckdifferenz
über die Membran. Die Membranverfahren unterscheiden sich u. a. in der
Höhe der Druckdifferenz. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Filter
erlauben Membranverfahren eine Trennung bis in den molekularen Bereich.
Es können die Poren-Membran und die
Lösungs-Diffusions-Membranen unterschieden werden. Grundsätzlich können
beide Permeationsprozesse in realen Membranen nebeneinander vorkommen.
Die porösen Membranen werden bei der Mikro- und Ultrafiltration
eingesetzt. Sie funktionieren nach dem Prinzip des Siebes. Dabei ist die
Porengrösse, -zahl, -form sowie Oberflächenphänomene massgebend für die
Trenncharakteristik der Membran. Bei Nanofiltration und Umkehrosmose
handelt es sich nicht mehr um einen Trennprozess durch Siebung, sondern
um ein selektives Lösen und Diffundieren der zu trennenden Stoffe in der
Trennschicht (Matrix) der Membran. Der Stofftransport erfolgt nach den
Gesetzen der
®
Diffusion.
Die Membranverfahren können nach folgenden Einsatzgebieten abgegrenzt
werden:
·
Mikrofiltration (MF):
Abtrennung der partikulären Stoffe inklusive Bakterien, Algen und Zooplankton. Weitgehende aber nicht komplette Abtrennung von Viren
(Keimreduktion). Abtrennung von Partikel
³
0,2 mm.
(Druckdifferenz p = 0,5...5 bar)
Ultrafiltration (UF):
Komplette Abtrennung von Partikel 0,1...0,01mm,
inklusive Bakterien, Viren, Makromoleküle (z. B. Proteine, Öle, Stärke)
und Kolloide. Wird oft auch als Vorbehandlung für UO eingesetzt.
(Druckdifferenz 1...10 bar)
Nanofiltration (NF):
Rückhaltung von organischen Verbindungen (Molgewicht 200...300 g/mol)
und zweiwertigen Ionen (0,01...0,001
mm).
Wasserenthärtung, Abtrennung von Makromolekülen, Pestizide, Lacke,
Farben. Abtrennung mehrwertiger anorganischer Ionen.
Umkehrosmose (UO):
Rückhaltung von einwertigen Ionen (< 0,001
mm),
Wasserentsalzung (Vollentsalzung), Abtrennung gelöster Stoffe.
Reinstwassergewinnung (Druckdifferenz 10...100 bar)
Die Membranen bestehen im Bereich der Wasserbehandlung überwiegend aus
synthetische Polymermembranen. Für spezielle Anwendungsgebiete (hohe
Temperaturen, aggressive Medien) kommen auch keramische Membranen zum
Einsatz.
In der Wasser- und Abwasserreinigung werden die Membranverfahren in verschieden
Bereichen eingesetzt:
-
Membranverfahren zur Biomassenabtrennung
-
Membranverfahren zur Aufbereitung von schwachen belasteten
Abwässern. Wiederverwendung des Permeat.
-
Membranverfahren zur Wiederverwendung eines Wertstoffes oder
Gewinnung eines Sekundärrohstoffes. (z. B. Gewinnung von Protein aus
Stärkeabwässern). Wiederverwendung des Konzentrates.
Weitere Informationen:
®
Grundlagen der
Membrantechnik
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