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Lexikon
der Aquakulturtechnik
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Austernzucht
Austern (lat. Ostreiden) sind dickschalige Muscheln (®
Muschelzucht) und kommen in warmen und gemäßigten
Meeren vor. Sie kommen dort meist auf Austernbänken in Küstennähe vor und
sind mit der Schalenklappe am Untergrund festgewachsen. Man unterscheidet die flache Kulturauster (bis 11 cm) und
die gewölbte Felsenauster (bis 15 cm). Da die natürlichen Vorkommen
erloschen sind, werden Austern in den flachen Küstengewässern gezüchtet
(Austernbänke, Austernparks).
Die Austernbrut wird u.
a. mit leeren Muschelschalen oder Plastikröhrchen gefangen, die auf den
Meeresboden gelegt werden. Dann werden die jungen Austern von dieser
Unterlage entfernt und in sogenannten Austernparks weiter
gezüchtet. Sie ernähren sich von
Phytoplankton
(®
Plankton),
wachsen nur sehr
langsam und können erst nach drei bis vier Jahren geerntet und verspeist
werden. Austern benötigen einen Salzgehalt des Wassers von mindestens 18
g/L.
Eine Nachzucht von Setzlingen wird in dieser Art von Aquakultur nicht
betrieben. Die Züchter sind auf die natürliche Brut aus dem Meer
angewiesen. Der Salzgehalt des Wassers muss bei 2 - 3 Prozent liegen. In
Frankreich werden über 90 % der in der Europäischen Union konsumierten
Austern gezüchtet.
Diverse Arten von Austernarten werden intensiv in der Aquakultur
gezüchtet und bewirtschaftet. Hierzu gehören die zur Familie
Ostreidae zählende Europäische, die Australische und die Chilenische
Flachauster (Ostrea edulis, Ostrea angasi, Tiostrea chilensis),
aber auch andere Austern-Arten wie die am meisten verbreitete Pazifische
Auster (Crassostrea gigas), die Amerikanische Auster (Crassostrea
virginica) und die Sydney Rock Oyster (Saccostrea commercialis).
In den letzten Jahren wurden große Anstrengungen unternommen, neue Arten
wie die Chinesische Auster (Ostrea rivularis), die Olympia Auster
(Ostrea conchaphila) und die Black lip Oyster (Saccostrea
echinata) intensiv zu nutzen.
Die
Europäische Auster (Ostrea edulis) wurde schon vor Jahrhunderten
intensiv geerntet. Vom 4.2.1587 datiert eine Urkunde des dänischen
Königs, worin der Austernfang zum Schutz der Bestände
genehmigungspflichtig und Wilderei unter Strafe gestellt wurde. Seit
dieser Zeit gab es immer wieder Bestandszusammenbrüche. Vermutlich wegen
Überfischung erholten sich die Austern davon zuletzt nicht mehr - das
endgültige Aus für die Austernfischerei kam nach dem strengen Winter
1921/1922. Lebende Exemplare der Europäischen Auster werden heute nur
noch vereinzelt gefunden.
Die einzige deutsche Austernzucht liegt vor Sylt. Dort wird die
Pazifische Auster (Crassostrea gigas) gezüchtet. Die aus Japan
stammende Spezies wird überall in Europa als Aquakultur angebaut.
Austern werden
traditionsgemäß an Silvester gegessen. Zu dieser Jahreszeit schmecken
Austern auch am besten, da sie sich im Winter nicht fortpflanzen. Man
sollte Austern nicht in der Fortpflanzungszeit (Mai, Juni, Juli, August)
essen, da sie dann sehr fetthaltig sind.
Weitere Informationen:
®
Die Auster (Ostrea edulis)
®
Die Auster
®
Fischregister
®
Pazifische Austern vor Sylt
®
Austern im Überblick
- Tips zum Kauf - Serviervorschlag
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