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Lexikon
der Aquakulturtechnik
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Algen
Algen (Phycophyta)
sind eine extrem artenreiche (ca. 33000 Arten) und vielgestaltige
Abteilung des Pflanzenreiches, die sowohl im Süß- als auch Salzwasser
vorkommen. Ihre Zellen enthalten stets echte Zellkerne (Eukaryonten).
Ihr Leben ist meistens an Wasser gebunden, wo sie entweder den Boden (Benthos)
oder frei im Wasser vorkommen (®
Plankton).
Im Meer zählen die Algen zu den wichtigsten Organismen der Nahrungskette
und den wichtigsten Sauerstoffproduzenten (®
Photosynthese).
Algen umfassen sowohl die mikroskopisch kleinen Einzeller der Mikroalgen
(wenige Mikrometer) als auch die größerer Makroalgen (z. B. der Seetang
bis 60m lang). Sie unterscheiden sich vor allem durch
ihre Farbstoffe. Je nach den enthaltenen Pigmenten unterscheidet man
zwischen Blau-, Grün-, Rot- und Braunalgen.
Das pflanzliche Benthon der Meere besteht überwiegend aus
®
Braun- und
®
Rotalgen. In tropischen Meeren ist die Algenvegetation nicht so
ausgeprägt wie in den gemäßigten Zonen Rotalgen (Klasse der
Rhodophyceae) sind hier die vorherrschende Art. In kalten Meeren
überwiegen die Braunalgen (Klasse der Phaerophyceae). Die
®
Kieselalgen (Diatomeen) bilden den größten Anteil des pflanzlichen
Plankton der Meere. Grünalgen leben an seichten Uferabschnitten,
Rotalgen wachsen bis zu einer Tiefe von 50 m, Braunalgen bis zu 150 m.
®
Blaualgen sind immer mikroskopisch klein.
Die systematische Gliederung wird
unterschiedlichen gehandhabt. Man teilt sie überwiegend nach ihren
Inhalts- und Farbstoffen in eine Anzahl von Klassen. Nach Straßburger
(1978) werden 10 Klassen unterschieden:
1. Klasse: Euglenophyceae
2. Klasse: Crypotophyceae (
3. Klasse: Pyrrhophyceae
4. Klasse: Haptophyceae
5. Klasse: Chrysophyceae
6. Klasse: Bacillariophyceae
7. Klasse: Xanthophyceae
8. Klasse: Chlorophyceae (®Grünalgen)
9. Klasse: Phaeophyceae
(®
Braunalgen)
10. Klasse: Rhodophyceae (®
Rotalgen)
Algen können sowohl in Fermenter
(Mikroalgen) als auch in Freilandbecken
(Makroalgen) produziert werden.
Algen als Nahrungsmittel
10 g getrocknete Algen täglich reichen aus, um den Bedarf eines
Erwachsenen an Vitaminen und Mineralsalzen zu decken. Die Azteken in
Mexiko verspeisten früher eine blaue Mikroalge, die sogenannte
Spirulina. Noch heute essen die Bewohner des Tschad diese Algenart.
10 g getrocknete Spirulina hat den gleichen Eiweißgehalt wie 80 g
Steak.
Weltweit werden Algen geerntet und
gegessen oder als Kosmetika, Essenszusätze etc. weiterverarbeitet (z. B.
®
Alginsäure).
Die Makroalgen aus dem Meer werden hauptsächlich im asiatischen Raum
auch direkt als Speise genutzt. In Japan, Korea und China gelten Algen
als Grundnahrungsmittel. Ungefähr 20 verschiedene Algenarten stehen in
diesen Ländern auf dem Speiseplan. Ein Japaner verspeist zwischen 3 und
3,5 kg Algen pro Jahr. In Asien werden die Algen gezüchtet.
In Europa hingegen
wachsen Algen auf natürliche Weise in Irland, Portugal, Spanien,
Frankreich und Norwegen. Algen werden in Europa oft als Nahrungszusätze
enthalten. Extrakte aus Algen werden in Europa als gelierbildende Produkte im z. B. Kakao oder als Bindemittel genutzt.
Die Nahrungszusätze E400 bis E407 sind Zusatzstoffe aus Algenextrakten.
In den Vereinigten Staaten dienen die auf Algenbasis hergestellten
Geflügelverpackungen (E407) auch dazu, dass das Fleisch beim Kochen
schön zart wird!
In der ®
Marikultur
werden Algen auch als Futtermittel in der Setzlingszucht eingesetzt.
Weitere Informationen:
®
Algen und ihre Bedeutung
für Umwelt, Technik und Menschheit
®
algeaBASE -
database of information on algae
®
ZEFOD - Algenkultursammlungen
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