|
Fisch
Nominal gesehen spielt die Fischerei in der
estnischen Wirtschaft keine wichtige Rolle (0,3 % aller im
Land erzeugten Güter), jedoch ist sie von wirtschaftlicher,
sozialer und kultureller Bedeutung in den Küstengebieten, wo
es ansonsten kaum alternative Einkommensquellen gibt. Die
Beschäftigung in der Fischerei konzentriert sich auf den
westlichen Teil des Landes, die Inseln entlang der
Westküste, die Küste am Finnischen Meerbusen und die Ufer
des Peipsi-Sees. Insgesamt hat die Fischereiwirtschaft etwa
10 000 Beschäftigte.
-
Fischerei
Die Ostsee ist das wichtigste Fanggebiet der
estnischen Flotte. Hier tätigte sie 2001 rund 70 % ihrer
Gesamtfänge, die sich auf 105 000 t beliefen. Die
estnische Ostseeflotte, zu der etwa 150 Schiffe mit
einer Länge von über 12 m und 500 kleine Küstenschiffe
gehören, fängt hauptsächlich Hering und Sprotte (größere
Schiffe), aber auch andere Arten wie wolfsbarsch, Zander
und Flunder (Küstenschiffe). Wie in anderen
Mitgliedstaaten so hat auch in Estland die
Fernfischereiflotte in den letzten Jahren an Bedeutung
eingebüßt, jedoch tragen ihre 15 Schiffe immer noch etwa
15 % zu den Gesamtfängen bei (vor allem Garnelen). Mit
einem durchschnittlichen Alter von 20 Jahren sind die
estnischen Fischereischiffe größtenteils neueren Datums
als die Schiffe in vielen anderen Mitgliedstaaten. Im
Fangsektor sind rund 5 400 Fischer beschäftigt.
-
Aquakultur
Der estnische Aquakultursektor ist vergleichsweise
klein, jedoch ist seine Produktion während der letzten
Jahre kontinuierlich angestiegen. Im Jahre 2001 lieferte
er 467 t Fischereierzeugnisse im Wert von 1,5 Mio. ?.
Die wichtigsten Arten sind Forelle (nahezu 90 % der
Gesamtproduktion) und Karpfen, außerdem wird in kleinem
Umfang auch Aal produziert. Estland verfügt über 25
Aquakulturbetriebe, in denen es etwa 60 Arbeitsplätze
gibt. Einige dieser Farmen züchten für den Wiederbesatz
bestimmte Fische, vor allem solche Arten wie Lachs,
Forelle, Felchen, Hecht, Zander und Schlei.
-
Fischereierzeugnisse
Die Fischverarbeitung nimmt in der estnischen
Nahrungsmittelindustrie einen wichtigen Stellenwert ein,
entfallen doch auf sie 40 % des Gesamtexportvolumens
dieser Branche. Die Verarbeitungsindustrie trägt auch
ganz wesentlich zum Handelsbilanzüberschuss bei
Fischereierzeugnissen bei, der sich 2001 auf 93 Mio. ?
belief. Die wichtigsten Exporterzeugnisse waren frischer
und tiefgefrorener Fisch sowie Fischkonserven und
Fischfertiggerichte. Das Exportvolumen betrug 2001 163
000 t, wohingegen Importe im Umfang von 65 000 t
getätigt wurden. Zur Verarbeitungsindustrie in Estland
gehören Hersteller von Fischkonserven und tiefgefrorenem
Fisch (die hauptsächlich die östlichen Märkte beliefern)
sowie Hersteller von Fastfood- Erzeugnissen, Fischfilet
und Fischdelikatessen, die den Großteil ihrer Produktion
auf westlichen Märkten absetzen. Die etwa 80
Verarbeitungsbetriebe in Estland beschäftigen 4 500
-
EU-Förderung für die Umstrukturierung
Das Finanzinstrument für die Ausrichtung der
Fischerei (FIAF) bietet finanzielle Unterstützung zur
Umstrukturierung des Fischereisektors in der EU. Für die
estnische Fischereiwirtschaft wird für den Zeitraum
2004-2006 ein Betrag von insgesamt 12,5 Mio. ? zur
Verfügung gestellt, der zur Hälfte für Investitionen in
die Verarbeitung von Fischereierzeugnissen, die
Aquakulturproduktion, die Ausrüstung von Fischereihäfen
und die Binnenfischerei eingesetzt werden soll. Nahezu
ein Viertel der EU-Finanzmittel wird zur Modernisierung
der Fischereiflotte verwendet werden. Für die Maßnahmen,
mit denen die Fangkapazität an die verfügbaren
Fischereiressourcen angepasst werden soll, werden 16 %
der bewilligten Mittel eingesetzt. Diese Anpassung wird
durch die endgültige Ausmusterung von Schiffen aus der
Fischereiflotte erfolgen (Abwrackung oder Einsatz der
Schiffe für andere Zwecke).
Quelle:
Amt für amtliche
Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaft

Statistiken
Gesamte
Produktion von Fischereierzeugnissen (2001)
(Fänge und Aquakultur) |
105.461 t |
| Gesamtfänge |
104.994 t |
Die fünf wichtigsten
Arten:
| Sprotte |
40.717 t |
| Hering |
36.250 t |
| Garnele |
14.235 t |
| Stint |
2.320 t |
| Heilbutt |
1.125 t |
|
| Gesamte
Aquakulturerzeugnisse (2001) |
467t bzw.
1.451.000 ? |
Die fünf wichtigsten
Arten:
| Regenbogenforelle |
210 t |
| Karpfen |
42 t |
| Aal |
5 t |
|
| Pro Kopf
Verbrauch (Pro Kopf Angebot) von
Fischereierzeugnissen (1999) |
21,2 kg/(Kopf·Jahr) |
| Gesamtexporte
von Fischereierzeugnissen (2001) |
163.381 t bzw.
143.227.000 ? |
davon
| |
t |
? |
| Frisch, gekühlt
oder tiefgefroren |
65.660 |
56.910.000 |
| Gesalzen,
geräuchert oder getrocknet |
39.100 |
12.763.000 |
| Fertiggerichte
und Konserven |
48.617 |
66.236.000 |
|
| Gesamtimporte
von Fischereierzeugnissen (2001) |
64.815 t bzw.
49.931.000 ? |
davon
| |
t |
? |
| Frisch, gekühlt
oder tiefgefroren |
55.286 |
37.373.000 |
| Gesalzen,
geräuchert oder getrocknet |
315 |
787.000 |
| Fertiggerichte
und Konserven |
5.083 |
7.141.000 |
|
| Exporte von
Schalen und
Weichtieren (2001) |
|
| |
t |
? |
| Frisch, gekühlt
oder tiefgefroren, getrocknet,
gesalzen |
1.478 |
2.761.000 |
| Fertiggerichte
und Konserven |
128 |
941.000 |
|
| Importe von
Schalen und
Weichtieren (2001) |
|
davon
| |
t |
? |
| Frisch, gekühlt
oder tiefgefroren, getrocknet,
gesalzen |
650 |
1.870.000 |
| Fertiggerichte
und Konserven |
83 |
412.000 |
|
| Exporte von
Mehlen und Solubeln
(2001) |
|
| |
t |
? |
| Fertige und
Konservierte Produkte |
4.731 |
2.066.000 |
|
| Importe von
Mehlen und Solubeln
(2001) |
|
davon
| |
t |
? |
| Fertige und
Konservierte Produkte |
3.316 |
1.963.000 |
|
Quelle:
Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen
Gemeinschaft

Adressen
|
|
|
|
| Universitäten -
Forschung |
| |
|
|
|
|
| Vereine, Verbände und Gesellschaften |
| |
|
|
|
|
|
|
|
|
|