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17.08.2005
Interview
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Christoph Hartung
(United Food Technologies AG)
"Wirtschaftlichkeit von Kreislaufanlagen ist nur dann gegeben,
wenn hochpreisige Fische produziert werden"
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Zur Person
Christoph Hartung
Christoph Hartung absolvierte ein Studium
zum Maschinenbauingenieur und sammelte im
Anschluss daran umfangreiche Erfahrungen im
internationalen petrochemischen Anlagenbau.
Im Jahre 1976 gründete Christoph Hartung die
FHI GmbH, Frankfurt. Hier entwickelte er ab
1979 mit Biologen, basierend auf der
Erfahrung mit biologischen
Abwasser-Reinigungsanlagen, das Verfahren
für ein Intensiv-Fischzucht-System mit
zirkulierendem Wasserkreislauf. Nach
Einbringung der FHI in die Metz Mannheim
GmbH war Christoph Hartung als
Geschäftsführer u.a. für den
Geschäftsbereich Fischzuchtanlagen zuständig. |
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In dieser Zeit baute C. Hartung mit Metz
1984 die erste Versuchs- und Forschungs-Kreislaufanlage in
Deutschland und später weltweit ca. 20 Anlagen, darunter auch die
Anlage in Fulda, die heute sehr erfolgreich Stör und Kaviar
produziert.
1995 gründete er die United Food
Unternehmensgruppe und ist
Vorstandsvorsitzender der United Food
Technologies AG. Die UFT AG ist eine
Aktiengesellschaft nach deutschem Recht,
Hauptaktionär ist C. Hartung. Die
Gesellschaft vertreibt und baut weltweit
Kreislaufanlagen nach einem patentierten
Verfahren. In 1995 hat Hartung mit der UFT
die Kreislaufanlage in Fulda übernommen,
modernisiert und nach neuesten Erkenntnissen
umgebaut. Die UFT AG hat über eine
Tochtergesellschaft die Anlage bis Mitte
2002 selbst betrieben und dabei das
Geschäftsmodell Stör und Kaviar entwickelt
und zu einem wirtschaftlichen Erfolg
gebracht. In 2004 produzierte die Desietra
GmbH in Fulda ca. 2,5 t Kaviar und 60t
Fleisch, der permanente Bestand liegt bei
120t.
Das langjährig erworbene Know How in der
Kreislauftechnik und der Produktion von
Fischen insbesondere Stör und Kaviar nutzt
C. Hartung und seine Mitarbeiter mit der UFT
AG zum Bau und Betrieb von Kreislaufanlagen,
weltweit. Das Verfahren dazu ist patentiert,
in den Patenten ist C. Hartung mit anderen
als Erfinder genannt. |
Interview
Aquakulturtechnik.de:
Sehr geehrter
Herr Hartung vielen Dank, dass Sie sich bereit erklärt haben
mit uns ein Interview zu führen. Ursprünglich wollten wir
das Interview mit den Fragen zu Ihrer Arbeit und der
Störzucht etc. anfangen. Aber aus aktuellem Anlass sehen wir
uns gezwungen mit einem aktuellen Thema zu beginnen.
Wie Sie ja wissen, wurden uns aus Ihnen bekannten Kreisen
rechtliche Schritte angedroht, wenn in dem Interview mit
Ihnen bestimmte Aussagen vorkommen würden. Wenn man im
Internet nachforscht z.B. in Foren von
wallstreet-online.de, so wird dort ständig darüber
diskutiert, dass man sich zu bestimmten Firmen der
Aquakulturbranche nicht mehr kritisch äußern kann, ohne
rechtliche Schritte bzw. Klagen angedroht zu bekommen. Was
uns jetzt interessiert ist, woran liegt es, dass in der
Aquakulturtechnik solche Ausnahmebedingungen herrschen? Oder
täuscht die Wahrnehmung, dass speziell in der
Aquakulturbranche Betriebe sich mehr mit Anwälten und der
Androhung von Prozessen beschäftigen, als mit Umsatzzahlen
und erfolgreichen Projekten bzw. Produkten?
Christoph Hartung:
Der Eindruck täuscht, es herrscht in der Aquakultur
sicherlich nicht der Ausnahmezustand. Bei der von Ihnen
angesprochenen Situation handelt es sich um ein einzelnes,
spezielles Unternehmen, welches nicht die Branche
repräsentiert. Ich denke es gibt überall schwarze Schafe, so
auch in der Aquakultur, speziell in der
Kreislauftechnologie. Die Geschäftsausichten in diesem
Bereich sind sehr viel versprechend, deshalb versuchen auch
Branchenfremde mit wenig Kompetenz hier Fuß zu fassen.
Reagieren Fachleute dann mit Kritik auf nach Ihrer Meinung
nach nicht nachvollziehbare Produktionszahlen und
Umsatzziele, werden sofort Anwälte eingeschaltet. Ich denke
diese Reaktion über Drohungen mit Anwälten beweist, dass
solche Firmen tatsächlich etwas zu verbergen haben. Geld für
diese Aktionen scheint bei diesen Seiteneinsteigern auch
kein Problem zu sein. Auch ich persönlich und die UFT
haben hier leidvolle Erfahrungen machen müssen, aber ich
denke, der Markt und das Umfeld reagiert regulativ und die
nicht kompetenten Anbieter werden von selbst verschwinden.
Das dabei natürlich viel verbrannte Erde zurück bleibt,
siehe Aquaplan vor einigen Jahren, ist für die
Branche sicher nachteilig, aber die Kreislauftechnologie mit
seriösen und erfahrenen Anbieter wird sich erfolgreich
durchsetzen.
Als wir dieses Aquakulturtechnik Portal in deutscher Sprache
gegründet haben wunderten wir uns, dass die Domain
Aquakulturtechnik noch nicht vergeben war. Wenn man Kunden
gewinnen will, muss sich doch die Aquakultur auch im
Internet präsentieren und dafür werben? Jetzt ist gerade mal
ein Jahr nach Gründung dieses Portals vergangen und uns
werden schon Klagen angedroht, nur weil wir Transparenz in
die Thematik bringen wollen. Glauben Sie dass es in naher
Zukunft überhaupt noch Investoren geben wird, die Interesse
haben, in die Aquakultur mit Kreislauftechnik zu
investieren. Firmen die sich nicht um die Zucht und die
Kunden kümmern, sondern mehr in die Verhinderung von Kritik
bzw. in Anwälten investieren, erscheinen nicht gerade
vertrauensvoll.
Wie schon zuvor gesagt, die
nicht kompetenten Firmen werden vom Markt verschwinden.
Erfahrene Investoren sind kritisch und durchleuchten die
Anbieter auf Erfahrung und Kompetenz. Da es diese Kompetenz
in seriösen Firmen gibt, wird auch weiterhin in die
Aquakultur und Kreislaufanlagen investiert werden. Die
Aquakultur ist heute weltweit eine der am schnellsten
wachsenden Industrien.
Die UFT AG erhält
täglich Anfragen aus aller Welt. Wir führen laufend
interessierte Investoren in die Anlage in Fulda, die
wirtschaftlich sehr erfolgreich Stör und Kaviar produziert.
Die Anlage arbeitet mit der patentierten Technologie der
UFT AG.
Auf dieser Basis planen wir bereits große Anlagen, die wir
für Investoren bauen werden, die sich bereits für die
Technologie der UFT AG entschieden haben.
Es gibt inzwischen viele Menschen in Deutschland, die sehr
viel Geld in neue Aquakulturtprojekte, insbesondere der
Kreislauftechnik, investiert haben. Der erwartete Erfolg
blieb aber aus. Warum ist das Produkt „Aquakultur mit
Kreislauftechnik“ in so ein Loch gefallen?
Viele Anbieter, speziell in
der Zeit nach der Wende, haben in unverantwortlicher Weise
nicht funktionierende Anlagen verkauft, aber auch heute
passiert das noch. Bei den Investoren handelt es sich aus
meiner Sicht überwiegend um Landwirte oder andere
Einzelpersonen, die sich ein neues Standbein aufbauen
wollen. Diese Leute erliegen schnell nicht nachprüfbaren
Versprechungen, weil sie einfach an den Erfolg glauben
wollen. Dann sind in aller Regel die Erwerber keine
Fachleute und sind in Hinblick auf das Betreiben der Anlage,
auf das Know How und die Erfahrung des Verkäufers
angewiesen. Das ist dort jedoch meistens nicht vorhanden.
Ich bin der Überzeugung,
dass ein Anlagenbauer grundsätzlich eine eigene Anlage
langjährig betrieben haben muss, bevor er die Technik auf
dem Markt anbietet. Erst im Betrieb zeigen sich die
Schwachstellen. Auch erfordert das Betreiben einer solchen
Anlage selbst sehr viel Erfahrung und Know How. Aus meiner
Sicht ist es unabdingbar, dass der Anlagenbauer über diese
Erfahrung verfügen muss, um sein Wissen an die Käufer und
zukünftigen Betreiber seiner Anlagen weiterzugeben. Nur mit
einer solchen Erfahrung des Anlagenbauers werden Investoren
mit den erworbenen Anlagen auch wirtschaftlich erfolgreich
arbeiten können. Dies jedenfalls ist die Geschäftsgrundlage
der UFT AG.
Weiterhin sind in vielen
Fällen die Anlagen zu klein, um wirtschaftlich zu arbeiten.
Die Anlagen müssen autark sein, d.h. es muss eine Aufzucht
vorhanden sein, wie auch eine Verarbeitung für verschiedene
Fischprodukte. Auch für den Vertrieb braucht es eine
kritische Größe an Tonnage.
Für mich steht aus Erfahrung fest,
dass die Kreislaufanlage nur ab einer bestimmten Größe
wirtschaftlich betrieben werden kann. Diese kritische Größe
ist bei der UFT bekannt und nur diese Anlagen oder
größere werden angeboten. Wir sagen auch unseren Kunden
nicht, dass sie jeden Fisch produzieren können, sondern wir
bieten nur die Spezies an, mit denen wir selbst Erfahrung in
Aufzucht und Produktion gesammelt haben.
Ein weiterer ganz wichtiger Punkt sind die Investitions- und
Betriebskosten. Häufig wird viel zu viel Technik angeboten,
die im Betrieb gar nicht gebraucht wird und nur zusätzliche
Kosten produziert. Eine Produktionssicherheit entsteht mit
mehr Technik nicht, es ist eher das Gegenteil der Fall.
Der Kunde muss vom Anlagenbauer informiert werden, dass er
Betriebsmittel für die ersten zwei Betriebsjahre
bereithalten muss. Erst dann werden in Kreislaufanlagen
nennenswerte Erträge erwirtschaftet. Oft werden die Kunden
über diesen Sachverhalt nicht informiert, weil die
Anlagenverkäufer glauben, den Kunden mit solchen
Informationen abzuschrecken.
Eine Kreislaufanlage produziert erst dann kontinuierlich die
prognostizierte Tonnage, wenn der permanent nötige Bestand
aufgebaut ist und das dauert eben seine Zeit. Aus Geldmangel
verkauft dann der Betreiber seine heranwachsenden Fische oft
zu früh und kommt somit niemals auf die prognostizierte
Jahresproduktion.
Auch sollte man bei Produktionsplanungen nicht von
Besatzdichten von über 100 kg auf ein m³ Wasser ausgehen,
die werden nämlich mit den meisten Spezies nicht erreicht.
Die UFT kalkuliert mit Besatzdichten von 50 bis 70
kg/m³, auch aus Sicherheitsgründen.
Nach unseren Informationen haben Sie die Idee
der Kaviar und Störzucht in Kreislaufanlagen gemeinsam mit
Partnern entwickelt. Warum haben Sie das Projekt nicht
gemeinsam mit den damaligen Partnern verwirklicht?
Die Idee der Störzucht mit
Kaviarproduktion in Kreislaufanlagen stammt von mir und ist
von meinen Mitarbeitern und mir langjährig entwickelt
worden. Das Ergebnis sieht man in der Kreislaufanlage in
Fulda, die sehr erfolgreich und mit Gewinn Stör und Kaviar
produziert und vermarktet. Auch vermarkten wir unser
Technologiekonzept heute alleine sehr erfolgreich.
Der Partner, den Sie hier
wahrscheinlich meinen, hat mit der Entwicklung der Störzucht
in Kreislaufanlagen, so wie wir sie betreiben, nichts zu
tun. Dieser Partner war eine Firma, die in 2002 erstmals
über die UFT AG mit der Störzucht und Kaviar in
Berührung kam. Ziel der Kooperation war eine
Kompetenzteilung in Technologie und Vermarktung. Eine solche
Kompetenzteilung macht Sinn, die UFT geht diesen Weg
heute wieder, allerdings in einer neuen Konzeption und
Kooperation.
Mit dem damaligen Partner hat es aus verschiedensten Gründen
nicht geklappt, die Zusammenarbeit endete Mitte 2003. Die
Gründe der Trennung möchte ich hier nicht im einzelnen
aufzählen. Ein wesentlicher Punkt jedoch war die
gegensätzliche Auffassung über die gemeinsame
Geschäftspolitik und Öffentlichkeitsarbeit. Heute sind wir
über die frühzeitige Trennung von diesem Partner nicht
unglücklich. Ich möchte mit diesen Leuten nichts mehr zu tun
haben und bedaure es, in Hinblick auf das Image der
Aquakultur, dieses Unternehmen damals in unsere Branche mit
eingeführt zu haben.
Jetzt steht außer Frage, dass auch Sie Interesse an der
Störzucht haben. Mit anderen Worten, Sie sind auch der
festen Überzeugung, dass die Störzucht ein Erfolg
versprechendes Projekt ist. Sie haben ja auch in Fulda eine
Anlage mit Stören aufgebaut. Aber was war vorher. Wie wir
hörten, hatten Sie Schwierigkeiten bei verschiedenen
Projekten u.a. auch in China. Was waren diese
Schwierigkeiten und warum sind diese Projekte nicht
erfolgreich verwirklicht.
Zunächst ist festzustellen,
dass ich als verantwortlicher Geschäftsführer mit meinen
Mitarbeitern in der Vergangenheit eine Vielzahl von
Projekten in mehreren Ländern erfolgreich realisiert habe.
Die Kreislaufanlagen in China wurden 1986/87 gebaut und in
Betrieb genommen. Es stellte sich für uns damals
insbesondere die Kommunikation, Mentalität und Ausbildung
der Chinesen als kritischer Erfolgsfaktor heraus. Das ist
übrigens heute ganz anders, wir sind in China wieder sehr
erfolgreich tätig. Andere damalige Projekte, insbesondere
die Kreislaufanlagen in Japan und Australien laufen heute
noch sehr erfolgreich. Alle diese Anlagen waren genau wie
Fulda gebaut, an der Technologie kann also ein eventuelles
Scheitern nicht gelegen haben.
Wie zuvor erwähnt, haben auch wir durch den langjährigen
Betrieb einer eigenen Anlage eine Menge an Erfahrungen
sammeln können, auch negative. Die Anlage in Fulda zum
Beispiel wurde mit verschiedenen Spezies (Aal, Zander Wels,
Tilapia, etc.) gefahren. Im Laufe der Zeit konnte
festgestellt werden, dass die Wirtschaftlichkeit solcher
Kreislaufanlagen nur dann gegeben ist, wenn hochpreisige
Fische produziert werden. Unter anderem führte diese
Erkenntnis zu der Umstellung der gesamten Produktion in
Fulda auf ausschließlich Stör und Kaviar im Jahr 2000.
Kommen wir zu der Anlage in Fulda. Können Sie uns einige
Details zu der Anlage verraten? Welche Laufzeiten der
Finanzierung brauchen solche Anlagen und wann ist mit dem
„Break Even Point“ zu rechnen?
Die Anlage in Fulda wurde
1990 unter meiner Leitung und meinen Mitarbeitern errichtet
und zwar mit der Technologie, die heute noch in weiter
verbesserter Form von der UFT AG eingesetzt wird. Die
UFT hat diese Kreislaufanlage bis Mitte 2002 selbst
betrieben, bis Mitte 2004 war ich noch Geschäftsführer der
neuen Betreibergesellschaft, der Desietra GmbH in
Fulda. Die Anlage und Betreibergesellschaft gehört seit
Mitte 2002 einem Investor aus den USA, einem guten Bekannten
von mir. Nach meinem Kenntnisstand ist die Kreislaufanlage
Fulda in dieser Größe die weltweit einzige, die
wirtschaftlich erfolgreich Stör und Kaviar produziert.
Die Desietra GmbH
produzierte in 2004 ca. 2,5 Tonnen Kaviar und ca. 60 Tonnen
Störfleisch. Die Kapazitätsgrenze liegt bei 3 Tonnen Kaviar
pro Jahr mit 80 Tonnen Fleisch. Gesamtes Wasservolumen ist
ca. 6.000 m³, stehender Bestand 120t. Die Anlage hat eine
überbaute Fläche von ca. 7.500 m² und arbeitet
wirtschaftlich, die Kaviarproduktion ist langfristig
verkauft, wie auch das Störfleisch.
Zukünftige geplante Kreislaufanlagen der UFT AG
werden eine Produktionskapazität von mindestens 8,0 Tonnen
Kaviar p.a. besitzen. Hier ein paar Fakten und Daten zur
wirtschaftlichen Beurteilung unserer Anlagen, basierend auf
den Fakten aus Fulda:
Umsatzrendite: ca. 40 % bei voller Produktion
Return of Investment nach ca. 7 Jahren
Positiver Cash Flow im dritten Produktionsjahr
Zum Produkt Stör (Baeri):
Verhältnis Weibchen zu Männchen 60 : 40
Kaviarernte nach ca. 4 Jahren
Kaviar Ausbeute bezogen auf das Lebendgewicht ca. 8%
Es scheint unterschiedliche Ansichten bezüglich des
Kaiserschnittes von Stören zu geben. Wenn ich nun einen Stör
aufschneide, den Kaviar entnehme bei dem auch die Eierstöcke
entfernt werden, so ist doch kein weiterer Kaviar mehr von
diesem Stör zu erwarten. Wie wird die Ei- bzw.
Kaviarentnahme bei Ihnen praktiziert?
Bei uns werden die kaviartragenden
Tiere getötet, da uns der „Kaviar durch Kaiserschnitt“ über
das Tierschutzgesetz gesetzlich verboten ist. Wir hatten in
Fulda die Kaviarentnahme per „Kaiserschnitt“ mit
sensationellen Erfolgen praktiziert, wobei nicht
verschwiegen werden sollte, dass dieser operative Aufwand
sehr erheblich war und die Wirtschaftlichkeit dieser Methode
in Frage stand.
Eigentlich sollte man meinen, dass bei der Vorgeschichte der
Aquakultur mit Kreislaufsystemen in Deutschland, bei einem
Scheitern von hier nicht genannten Projekten,
Investitionen in die Kreislauftechnik auf lange Sicht nicht
mehr zu erwarten sind. Trotzdem gehen auch die Kritiker der
nicht genannten Projekte davon aus, dass sich die
Aquakultur mit Kreislauftechnik früher oder später auch in
Deutschland durchsetzen wird. Ist das nicht ein Widerspruch?
Nein, die Aquakultur –
speziell in geschlossenen Kreislaufsystemen – wird sich auch
in Deutschland durchsetzen und etablieren. Die
Kreislauftechnik, angeboten und betrieben mit der richtigen
Technologie, Erfahrung und Know How hat in der ganzen Welt
ein großes Potential. Unser Problem in Deutschland sind die
geringen Möglichkeiten der Finanzierungen, auch wegen der
fehlgeschlagenen Projekte. Mit dem Nachweis eines
nachhaltigen Ertrages aus einer Kreislaufanlage wie z. B.
aus Fulda, wird es möglich sein, die Kreislauftechnik
nachhaltig auch in Deutschland zu etablieren.
Kreislaufanlagen sind schon aus ökologischen Gründen die
Zukunft der Aquakultur. Diese Tendenz wird auch in dem von
Ihnen geführten Interview mit Frau
Dr. Schmidt-Puckhaber verdeutlicht oder ist aus den
aktuellen Statistiken der FAO zu erkennen. Des
Weiteren kann die Wirtschaftlichkeit der Kreislaufanlagen
heute, zumindest von der UFT AG, leicht nachgewiesen
werden und stellt für potentielle Kunden ein attraktives
Investment dar. Auf die Vorgeschichte der Aquakultur in
Deutschland mit dem Scheitern verschiedener Projekte, die
durch „schwarze Schafe“ initiiert wurden, möchte ich hier
nicht weiter eingehen.
Angenommen die Kritik an den nicht
genannten Projekten ist berechtigt und die Konzepte
scheitern wie einige andere spektakuläre Projekte der
Aquakultur vorher (u.a. Aquaplan, Josa GmbH). Was
macht Sie so sicher, dass Ihr Konzept in Fulda erfolgreich
sein wird?
Die Sicherheit unseres
Vorgehens nehmen wir aus der langjährigen Erfahrung, die wir
in der Anlage in Fulda gewinnen konnten und aus der
Zusammenarbeit mit anerkannten Spezialisten und Fachleuten.
Des Weiteren wurden durch die Arbeit unserer Ingenieure
immer wieder Verbesserungen in der Anlage in Fulda
vorgenommen, die sich auf den Betrieb und die
Wirtschaftlichkeit der Anlage jeweils sehr positiv
auswirkten. Letztendlich lässt sich durch die aktuellen
betriebswirtschaftlichen Zahlen aus Fulda der Erfolg
beweisen, die sich im Übrigen mit unseren
ingenieurtechnischen Berechnungen für neue Anlagen decken.
Die Aquakultur mit Kreislaufsystem bietet laut Fachleuten
langfristig sehr gute Perspektiven. Mit ähnlich guten
Perspektiven ist auch die Branche der Umwelttechnik
gestartet. Viele Firmen haben sich langsam in diese Richtung
orientiert und erst mit der Zeit entstand so etwas wie ein
Konkurrenzkampf. In der Aquakultur mit Kreislaufanlagen hat
man den Eindruck, dass der Konkurrenzkampf schon tobt bevor
der Markt richtig erschlossen wurde. Was ist der Grund für
diesen Zustand, unter dem hauptsächlich die
Weiterentwicklung der Aquakulturbranche leidet?
Der Eindruck täuscht, es
gibt unter den Anbietern von Kreislauftechnologie kaum
Wettbewerb, jedenfalls ist das mein Eindruck. Alle Projekte,
die wir z. Zt. verhandeln finden ohne Wettbewerber statt.
Hier geht es ausschließlich um die Technologie und
Ertragsnachweis. Die Investoren informieren sich persönlich
in Fulda unter Offenlegung aller Daten und Fakten und nur
auf dieser Basis werden neue Projekte verhandelt, d.h. ohne
Wettbewerber.
Der Konkurrenzkampf, den
Sie wahrscheinlich meinen, bezieht sich auf Stör und Kaviar.
Hier glaubt wohl ein Seiteneinsteiger die weltweite
Marktführerschaft erreichen zu können und versucht deshalb
mit allen Mitteln, Wettbewerb in Hinblick auf neue Anlagen
mit diesen Produkten zu verhindern. Da die UFT AG auf
diesem Gebiet wohl führend ist, sind wir bevorzugtes Ziel
der von Ihnen erwähnten Kampagnen.
Dazu kommt möglicherweise die Gier, mit geringstem Aufwand
und mit harten Bandagen an das „schnelle“ Geld kommen
wollen. Es handelt sich deshalb aus meiner Sicht nicht um
einen Konkurrenzkampf unter Anlagenbauern, der hier die
Öffentlichkeit und Anwälte beschäftigt. Die
Weiterentwicklung der Kreislauftechnologie wird deshalb
nicht leiden, aber es kann ein erheblicher Imageschaden für
die Aquakultur entstehen, der Investitionen in diese Branche
nicht erleichtern wird.
Auf den Fachtagungen „Aquakultur“ der Messe „Eurotier“ in
Hannover wurde bereits mehrfach diese Situation angeprangert
und eine mögliche Zusammenarbeit von Kompetenzträgern der
Aquakultur als äußerst sinnvoll herausgearbeitet. Die UFT
unterstützt diese Haltung und ist für eine Zusammenarbeit
mit seriösen Partnern offen.
Nun gibt es in Deutschland schon einige, man spricht von
weniger als 20 funktionierenden und wirtschaftlich
arbeiteten Kreislaufanlagen zur Speisefischproduktion.
Glauben Sie, dass sich langfristig eher diese kleineren
Anlagen oder einige wenige Großanlagen durchsetzen werden?
Ich glaube, dass sich auf
Dauer hauptsächlich Großanlagen durchsetzen werden, denn wir
sprechen hier bei der Aquakultur von industriellen Anlagen
zur Produktion von Speisefischen. Aus unseren bisherigen
wirtschaftlichen Erfahrungen, liegt der Rückschluss nahe,
dass sich auf Dauer nur Anlagen wirtschaftlich betreiben
lassen, die in industriellem Maßstab produzieren, bzw.
Zulieferer für die Großindustrie darstellen. Diese
Erkenntnis ist Basis der Geschäftsstrategie der UFT AG.
Wir
bedanken uns für das Interview.
© 2005
Aquakulturtechnik.de
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