+++ Aquakulturtechnik +++ Aquakultur +++ Meeresbiologie +++ Fischzucht +++ Fischerei +++ Krustentiere +++ Fischfabrik +++ Fisch +++

  www.aquakulturtechnik.de

Archiv

Home
Technik
Forschung
Service
Ausbildung
Rund um den Fisch
Marktplatz
Literatur
Forum

 

 17.08.2005

Interview - Christoph Hartung
(
United Food Technologies AG)


"Wirtschaftlichkeit von Kreislaufanlagen ist nur dann gegeben, wenn hochpreisige Fische produziert werden"

  

Zur Person

Christoph Hartung

Christoph Hartung absolvierte ein Studium zum Maschinenbauingenieur und sammelte im Anschluss daran umfangreiche Erfahrungen im internationalen petrochemischen Anlagenbau. Im Jahre 1976 gründete Christoph Hartung die FHI GmbH, Frankfurt. Hier entwickelte er ab 1979 mit Biologen, basierend auf der Erfahrung mit biologischen Abwasser-Reinigungsanlagen, das Verfahren für ein Intensiv-Fischzucht-System mit zirkulierendem Wasserkreislauf. Nach Einbringung der FHI in die Metz Mannheim GmbH war Christoph Hartung als Geschäftsführer u.a. für den Geschäftsbereich Fischzuchtanlagen zuständig.

In dieser Zeit baute C. Hartung mit Metz 1984 die erste Versuchs- und Forschungs-Kreislaufanlage in Deutschland und später weltweit ca. 20 Anlagen, darunter auch die Anlage in Fulda, die heute sehr erfolgreich Stör und Kaviar produziert.

1995 gründete er die United Food Unternehmensgruppe und ist Vorstandsvorsitzender der United Food Technologies AG. Die UFT AG ist eine Aktiengesellschaft nach deutschem Recht, Hauptaktionär ist C. Hartung. Die Gesellschaft vertreibt und baut weltweit Kreislaufanlagen nach einem patentierten Verfahren. In 1995 hat Hartung mit der UFT die Kreislaufanlage in Fulda übernommen, modernisiert und nach neuesten Erkenntnissen umgebaut. Die UFT AG hat über eine Tochtergesellschaft die Anlage bis Mitte 2002 selbst betrieben und dabei das Geschäftsmodell Stör und Kaviar entwickelt und zu einem wirtschaftlichen Erfolg gebracht. In 2004 produzierte die Desietra GmbH in Fulda ca. 2,5 t Kaviar und 60t Fleisch, der permanente Bestand liegt bei 120t.

Das langjährig erworbene Know How in der Kreislauftechnik und der Produktion von Fischen insbesondere Stör und Kaviar nutzt C. Hartung und seine Mitarbeiter mit der UFT AG zum Bau und Betrieb von Kreislaufanlagen, weltweit. Das Verfahren dazu ist patentiert, in den Patenten ist C. Hartung mit anderen als Erfinder genannt.

Interview

Aquakulturtechnik.de: Sehr geehrter Herr Hartung vielen Dank, dass Sie sich bereit erklärt haben mit uns ein Interview zu führen. Ursprünglich wollten wir das Interview mit den Fragen zu Ihrer Arbeit und der Störzucht etc. anfangen. Aber aus aktuellem Anlass sehen wir uns gezwungen mit einem aktuellen Thema zu beginnen.

Wie Sie ja wissen, wurden uns aus Ihnen bekannten Kreisen rechtliche Schritte angedroht, wenn in dem Interview mit Ihnen bestimmte Aussagen vorkommen würden. Wenn man im Internet nachforscht z.B. in Foren von wallstreet-online.de, so wird dort ständig darüber diskutiert, dass man sich zu bestimmten Firmen der Aquakulturbranche nicht mehr kritisch äußern kann, ohne rechtliche Schritte bzw. Klagen angedroht zu bekommen. Was uns jetzt interessiert ist, woran liegt es, dass in der Aquakulturtechnik solche Ausnahmebedingungen herrschen? Oder täuscht die Wahrnehmung, dass speziell in der Aquakulturbranche  Betriebe sich mehr mit Anwälten und der Androhung von Prozessen beschäftigen, als mit Umsatzzahlen und erfolgreichen Projekten bzw. Produkten?


Christoph Hartung: Der Eindruck täuscht, es herrscht in der Aquakultur sicherlich nicht der Ausnahmezustand. Bei der von Ihnen angesprochenen Situation handelt es sich um ein einzelnes, spezielles Unternehmen, welches nicht die Branche repräsentiert. Ich denke es gibt überall schwarze Schafe, so auch in der Aquakultur, speziell in der Kreislauftechnologie. Die Geschäftsausichten in diesem Bereich sind sehr viel versprechend, deshalb versuchen auch Branchenfremde mit wenig Kompetenz hier Fuß zu fassen. Reagieren Fachleute dann mit Kritik auf nach Ihrer Meinung nach nicht nachvollziehbare Produktionszahlen und Umsatzziele, werden sofort Anwälte eingeschaltet. Ich denke diese Reaktion über Drohungen mit Anwälten beweist, dass solche Firmen tatsächlich etwas zu verbergen haben. Geld für diese Aktionen scheint bei diesen Seiteneinsteigern auch kein Problem zu sein. Auch ich persönlich und die UFT haben hier leidvolle Erfahrungen machen müssen, aber ich denke, der Markt und das Umfeld reagiert regulativ und die nicht kompetenten Anbieter werden von selbst verschwinden. Das dabei natürlich viel verbrannte Erde zurück bleibt, siehe Aquaplan vor einigen Jahren, ist für die Branche sicher nachteilig, aber die Kreislauftechnologie mit seriösen und erfahrenen Anbieter wird sich erfolgreich durchsetzen.


Als wir dieses Aquakulturtechnik Portal in deutscher Sprache gegründet haben wunderten wir uns, dass die Domain Aquakulturtechnik noch nicht vergeben war. Wenn man Kunden gewinnen will, muss sich doch die Aquakultur auch im Internet präsentieren und dafür werben? Jetzt ist gerade mal ein Jahr nach Gründung dieses Portals vergangen und uns werden schon Klagen angedroht, nur weil wir Transparenz in die Thematik bringen wollen. Glauben Sie dass es in naher Zukunft überhaupt noch Investoren geben wird, die Interesse haben, in die Aquakultur mit Kreislauftechnik zu investieren. Firmen die sich nicht um die Zucht und die Kunden kümmern, sondern mehr in die Verhinderung von Kritik bzw. in Anwälten investieren, erscheinen nicht gerade vertrauensvoll.


Wie schon zuvor gesagt, die nicht kompetenten Firmen werden vom Markt verschwinden. Erfahrene Investoren sind kritisch und durchleuchten die Anbieter auf Erfahrung und Kompetenz. Da es diese Kompetenz in seriösen Firmen gibt, wird auch weiterhin in die Aquakultur und Kreislaufanlagen investiert werden. Die Aquakultur ist heute weltweit  eine der am schnellsten wachsenden Industrien.

Die UFT AG erhält täglich Anfragen aus aller Welt. Wir führen laufend interessierte Investoren in die Anlage in Fulda, die wirtschaftlich sehr erfolgreich Stör und Kaviar produziert. Die Anlage arbeitet mit der patentierten Technologie der UFT AG.

Auf dieser Basis planen wir bereits große Anlagen, die wir für Investoren bauen werden, die sich bereits für die Technologie der UFT AG entschieden haben.


Es gibt inzwischen viele Menschen in Deutschland, die sehr viel Geld in neue Aquakulturtprojekte, insbesondere der Kreislauftechnik, investiert haben. Der erwartete Erfolg blieb aber aus. Warum ist das Produkt „Aquakultur mit Kreislauftechnik“ in so ein Loch gefallen?


Viele Anbieter, speziell in der Zeit nach der Wende, haben in unverantwortlicher Weise nicht funktionierende Anlagen verkauft, aber auch heute passiert das noch. Bei den Investoren handelt es sich aus meiner Sicht überwiegend um Landwirte oder andere Einzelpersonen, die sich ein neues Standbein aufbauen wollen. Diese Leute erliegen schnell nicht nachprüfbaren Versprechungen, weil sie einfach an den Erfolg glauben wollen. Dann sind in aller Regel die Erwerber keine Fachleute und sind in Hinblick auf das Betreiben der Anlage, auf das Know How und die Erfahrung des Verkäufers angewiesen. Das ist dort jedoch meistens nicht vorhanden.

Ich bin der Überzeugung, dass ein Anlagenbauer grundsätzlich eine eigene Anlage langjährig betrieben haben muss, bevor er die Technik auf dem Markt anbietet. Erst im Betrieb zeigen sich die Schwachstellen. Auch erfordert das Betreiben einer solchen Anlage selbst sehr viel Erfahrung und Know How. Aus meiner Sicht ist es unabdingbar, dass der Anlagenbauer über diese Erfahrung verfügen muss, um sein Wissen an die Käufer und zukünftigen Betreiber seiner Anlagen weiterzugeben. Nur mit einer solchen Erfahrung des Anlagenbauers werden Investoren mit den erworbenen Anlagen auch wirtschaftlich erfolgreich arbeiten können. Dies jedenfalls ist die Geschäftsgrundlage der UFT AG.

Weiterhin sind in vielen Fällen die Anlagen zu klein, um wirtschaftlich zu arbeiten. Die Anlagen müssen autark sein, d.h. es muss eine Aufzucht vorhanden sein, wie auch eine Verarbeitung für verschiedene Fischprodukte. Auch für den Vertrieb braucht es eine kritische Größe an Tonnage.
Für mich steht aus Erfahrung fest, dass die Kreislaufanlage nur ab einer bestimmten Größe wirtschaftlich betrieben werden kann. Diese kritische Größe ist bei der UFT bekannt und nur diese Anlagen oder größere werden angeboten. Wir sagen auch unseren Kunden nicht, dass sie jeden Fisch produzieren können, sondern wir bieten nur die Spezies an, mit denen wir selbst Erfahrung in Aufzucht und Produktion gesammelt haben.

Ein weiterer ganz wichtiger Punkt sind die Investitions- und Betriebskosten. Häufig wird viel zu viel Technik angeboten, die im Betrieb gar nicht gebraucht wird und nur zusätzliche Kosten produziert. Eine Produktionssicherheit entsteht mit mehr Technik nicht, es ist eher das Gegenteil der Fall.

Der Kunde muss vom Anlagenbauer informiert werden, dass er Betriebsmittel für die ersten zwei Betriebsjahre bereithalten muss. Erst dann werden in Kreislaufanlagen nennenswerte Erträge erwirtschaftet. Oft werden die Kunden über diesen Sachverhalt nicht informiert, weil die Anlagenverkäufer glauben, den Kunden mit solchen Informationen abzuschrecken.

Eine Kreislaufanlage produziert erst dann kontinuierlich die prognostizierte Tonnage, wenn der permanent nötige Bestand aufgebaut ist und das dauert eben seine Zeit. Aus Geldmangel verkauft dann der Betreiber seine heranwachsenden Fische oft zu früh und kommt somit niemals auf die prognostizierte Jahresproduktion.

Auch sollte man bei Produktionsplanungen nicht von Besatzdichten von über 100 kg auf ein m³ Wasser ausgehen, die werden nämlich mit den meisten Spezies nicht erreicht. Die UFT kalkuliert mit Besatzdichten von 50 bis 70 kg/m³, auch aus Sicherheitsgründen.

Nach unseren Informationen haben Sie die Idee der Kaviar und Störzucht in Kreislaufanlagen gemeinsam mit Partnern entwickelt. Warum haben Sie das Projekt nicht gemeinsam mit den damaligen Partnern verwirklicht?

Die Idee der Störzucht mit Kaviarproduktion in Kreislaufanlagen stammt von mir und ist von meinen Mitarbeitern und mir langjährig entwickelt worden. Das Ergebnis sieht man in der Kreislaufanlage in Fulda, die sehr erfolgreich und mit Gewinn Stör und Kaviar produziert und vermarktet. Auch vermarkten wir unser Technologiekonzept heute alleine sehr erfolgreich.

Der Partner, den Sie hier wahrscheinlich meinen, hat mit der Entwicklung der Störzucht in Kreislaufanlagen, so wie wir sie betreiben, nichts zu tun. Dieser Partner war eine Firma, die in 2002 erstmals über die UFT AG mit der Störzucht und Kaviar in Berührung kam. Ziel der Kooperation war eine Kompetenzteilung in Technologie und Vermarktung. Eine solche Kompetenzteilung macht Sinn, die UFT geht diesen Weg heute wieder, allerdings in einer neuen Konzeption und Kooperation.

Mit dem damaligen Partner hat es aus verschiedensten Gründen nicht geklappt, die Zusammenarbeit endete Mitte 2003. Die Gründe der Trennung möchte ich hier nicht im einzelnen aufzählen. Ein wesentlicher Punkt jedoch war die gegensätzliche Auffassung über die gemeinsame Geschäftspolitik und Öffentlichkeitsarbeit. Heute sind wir über die frühzeitige Trennung von diesem Partner nicht unglücklich. Ich möchte mit diesen Leuten nichts mehr zu tun haben und bedaure es, in Hinblick auf das Image der Aquakultur, dieses Unternehmen damals in unsere Branche mit eingeführt zu haben.


Jetzt steht außer Frage, dass auch Sie Interesse an der Störzucht haben. Mit anderen Worten, Sie sind auch der festen Überzeugung, dass die Störzucht ein Erfolg versprechendes Projekt ist. Sie haben ja auch in Fulda eine Anlage mit Stören aufgebaut. Aber was war vorher. Wie wir hörten, hatten Sie Schwierigkeiten bei verschiedenen Projekten u.a. auch in China. Was waren diese Schwierigkeiten und warum sind diese Projekte nicht erfolgreich verwirklicht.


Zunächst ist festzustellen, dass ich als verantwortlicher Geschäftsführer mit meinen Mitarbeitern in der Vergangenheit eine Vielzahl von Projekten in mehreren Ländern erfolgreich realisiert habe. Die Kreislaufanlagen in China wurden 1986/87 gebaut und in Betrieb genommen. Es stellte sich für uns damals insbesondere die Kommunikation, Mentalität und Ausbildung der Chinesen als kritischer Erfolgsfaktor heraus. Das ist übrigens heute ganz anders, wir sind in China wieder sehr erfolgreich tätig. Andere damalige Projekte, insbesondere die Kreislaufanlagen in Japan und Australien laufen heute noch sehr erfolgreich. Alle diese Anlagen waren genau wie Fulda gebaut, an der Technologie kann also ein eventuelles Scheitern nicht gelegen haben.

Wie zuvor erwähnt, haben auch wir durch den langjährigen Betrieb einer eigenen Anlage eine Menge an Erfahrungen sammeln können, auch negative. Die Anlage in Fulda zum Beispiel wurde mit verschiedenen Spezies (Aal, Zander Wels, Tilapia, etc.) gefahren. Im Laufe der Zeit konnte festgestellt werden, dass die Wirtschaftlichkeit solcher Kreislaufanlagen nur dann gegeben ist, wenn hochpreisige Fische produziert werden. Unter anderem führte diese Erkenntnis zu der Umstellung der gesamten Produktion in Fulda auf ausschließlich Stör und Kaviar im Jahr 2000.


Kommen wir zu der Anlage in Fulda. Können Sie uns einige Details zu der Anlage verraten? Welche Laufzeiten der Finanzierung brauchen solche Anlagen und wann ist mit dem „Break Even Point“ zu rechnen?


Die Anlage in Fulda wurde 1990 unter meiner Leitung und meinen Mitarbeitern errichtet und zwar mit der Technologie, die heute noch in weiter verbesserter Form von der UFT AG eingesetzt wird. Die UFT hat diese Kreislaufanlage bis Mitte 2002 selbst betrieben, bis Mitte 2004 war ich noch Geschäftsführer der neuen Betreibergesellschaft, der Desietra GmbH in Fulda. Die Anlage und Betreibergesellschaft gehört seit Mitte 2002 einem Investor aus den USA, einem guten Bekannten von mir. Nach meinem Kenntnisstand ist die Kreislaufanlage Fulda in dieser Größe die weltweit einzige, die wirtschaftlich erfolgreich Stör und Kaviar  produziert.

Die Desietra GmbH produzierte in 2004 ca. 2,5 Tonnen Kaviar und ca. 60 Tonnen Störfleisch.  Die Kapazitätsgrenze liegt bei 3 Tonnen Kaviar pro Jahr mit 80 Tonnen Fleisch. Gesamtes Wasservolumen ist ca. 6.000 m³, stehender Bestand 120t. Die Anlage hat eine überbaute Fläche von ca. 7.500 m² und arbeitet wirtschaftlich, die Kaviarproduktion ist langfristig verkauft, wie auch das Störfleisch.

Zukünftige geplante Kreislaufanlagen der UFT AG werden eine Produktionskapazität von mindestens 8,0 Tonnen Kaviar p.a. besitzen. Hier ein paar Fakten und Daten zur wirtschaftlichen Beurteilung unserer Anlagen, basierend auf den Fakten aus Fulda:

Umsatzrendite: ca. 40 % bei voller Produktion
Return of Investment nach ca. 7 Jahren
Positiver Cash Flow im dritten Produktionsjahr

Zum Produkt Stör (Baeri):
Verhältnis Weibchen zu Männchen 60 : 40
Kaviarernte nach ca. 4 Jahren
Kaviar Ausbeute bezogen auf das Lebendgewicht ca. 8%


Es scheint unterschiedliche Ansichten bezüglich des Kaiserschnittes von Stören zu geben. Wenn ich nun einen Stör aufschneide, den Kaviar entnehme bei dem auch die Eierstöcke entfernt werden, so ist doch kein weiterer Kaviar mehr von diesem Stör zu erwarten. Wie wird die Ei- bzw. Kaviarentnahme bei Ihnen praktiziert?


Bei uns werden die kaviartragenden Tiere getötet, da uns der „Kaviar durch Kaiserschnitt“ über das Tierschutzgesetz gesetzlich verboten ist. Wir hatten in Fulda die Kaviarentnahme per „Kaiserschnitt“ mit sensationellen Erfolgen praktiziert, wobei nicht verschwiegen werden sollte, dass dieser operative Aufwand sehr erheblich war und die Wirtschaftlichkeit dieser Methode in Frage stand.


Eigentlich sollte man meinen, dass bei der Vorgeschichte der Aquakultur mit Kreislaufsystemen in Deutschland, bei einem Scheitern von hier nicht genannten Projekten, Investitionen in die Kreislauftechnik auf lange Sicht nicht mehr zu erwarten sind. Trotzdem gehen auch die Kritiker der nicht genannten Projekte davon aus, dass sich die Aquakultur mit Kreislauftechnik früher oder später auch in Deutschland durchsetzen wird. Ist das nicht ein Widerspruch?


Nein, die Aquakultur – speziell in geschlossenen Kreislaufsystemen – wird sich auch in Deutschland durchsetzen und etablieren. Die Kreislauftechnik, angeboten und betrieben mit der richtigen Technologie, Erfahrung und Know How hat in der ganzen Welt ein großes Potential. Unser Problem in Deutschland sind die geringen Möglichkeiten der Finanzierungen, auch wegen der fehlgeschlagenen Projekte. Mit dem Nachweis eines nachhaltigen Ertrages aus einer Kreislaufanlage wie z. B. aus Fulda, wird es möglich sein, die Kreislauftechnik nachhaltig auch in Deutschland zu etablieren.

Kreislaufanlagen sind schon aus ökologischen Gründen die Zukunft der Aquakultur. Diese Tendenz wird auch in dem von Ihnen geführten Interview mit Frau Dr. Schmidt-Puckhaber verdeutlicht oder ist aus den aktuellen Statistiken der FAO zu erkennen. Des Weiteren kann die Wirtschaftlichkeit der Kreislaufanlagen heute, zumindest von der UFT AG, leicht nachgewiesen werden und stellt für potentielle Kunden ein attraktives Investment dar. Auf die Vorgeschichte der Aquakultur in Deutschland mit dem Scheitern verschiedener Projekte, die durch „schwarze Schafe“ initiiert wurden, möchte ich hier nicht weiter eingehen.

Angenommen die Kritik an den nicht genannten Projekten  ist berechtigt und die Konzepte scheitern wie einige andere spektakuläre Projekte der Aquakultur vorher (u.a. Aquaplan, Josa GmbH). Was macht Sie so sicher, dass Ihr Konzept in Fulda erfolgreich sein wird?

Die Sicherheit unseres Vorgehens nehmen wir aus der langjährigen Erfahrung, die wir in der Anlage in Fulda gewinnen konnten und aus der Zusammenarbeit mit anerkannten Spezialisten und Fachleuten. Des Weiteren wurden durch die Arbeit unserer Ingenieure immer wieder Verbesserungen in der Anlage in Fulda vorgenommen, die sich auf den Betrieb und die Wirtschaftlichkeit der Anlage jeweils sehr positiv auswirkten. Letztendlich lässt sich durch die aktuellen betriebswirtschaftlichen Zahlen aus Fulda der Erfolg beweisen, die sich im Übrigen mit unseren ingenieurtechnischen Berechnungen für neue Anlagen decken.


Die Aquakultur mit Kreislaufsystem bietet laut Fachleuten langfristig sehr gute Perspektiven. Mit ähnlich guten Perspektiven ist auch die Branche der Umwelttechnik gestartet. Viele Firmen haben sich langsam in diese Richtung orientiert und erst mit der Zeit entstand so etwas wie ein Konkurrenzkampf. In der Aquakultur mit Kreislaufanlagen hat man den Eindruck, dass der Konkurrenzkampf schon tobt bevor der Markt richtig erschlossen wurde. Was ist der Grund für diesen Zustand, unter dem hauptsächlich die Weiterentwicklung der Aquakulturbranche leidet?


Der Eindruck täuscht, es gibt unter den Anbietern von Kreislauftechnologie kaum Wettbewerb, jedenfalls ist das mein Eindruck. Alle Projekte, die wir z. Zt. verhandeln finden ohne Wettbewerber statt. Hier geht es ausschließlich um die Technologie und Ertragsnachweis. Die Investoren informieren sich persönlich in Fulda unter Offenlegung aller Daten und Fakten und nur auf dieser Basis werden neue Projekte verhandelt, d.h. ohne Wettbewerber.

Der Konkurrenzkampf, den Sie wahrscheinlich meinen, bezieht sich auf Stör und Kaviar. Hier glaubt wohl ein Seiteneinsteiger die weltweite Marktführerschaft   erreichen zu können und versucht deshalb mit allen Mitteln, Wettbewerb in Hinblick auf neue Anlagen mit diesen Produkten zu verhindern. Da die UFT AG auf diesem Gebiet wohl führend ist, sind wir bevorzugtes Ziel der von Ihnen erwähnten Kampagnen.

Dazu kommt möglicherweise die Gier, mit geringstem Aufwand und mit harten Bandagen an das „schnelle“ Geld kommen wollen.  Es handelt sich deshalb aus meiner Sicht nicht um einen Konkurrenzkampf unter Anlagenbauern, der hier die Öffentlichkeit und Anwälte beschäftigt. Die Weiterentwicklung der Kreislauftechnologie wird deshalb nicht leiden, aber es kann  ein erheblicher Imageschaden für die Aquakultur entstehen, der Investitionen in diese Branche nicht erleichtern wird.

Auf den Fachtagungen „Aquakultur“ der Messe „Eurotier“ in Hannover wurde bereits mehrfach diese Situation angeprangert und eine mögliche Zusammenarbeit von Kompetenzträgern der Aquakultur als äußerst sinnvoll herausgearbeitet. Die UFT unterstützt diese Haltung und ist für eine Zusammenarbeit mit seriösen Partnern offen.


Nun gibt es in Deutschland schon einige, man spricht von weniger als 20 funktionierenden und wirtschaftlich arbeiteten Kreislaufanlagen zur Speisefischproduktion. Glauben Sie, dass sich langfristig eher diese kleineren Anlagen oder einige wenige Großanlagen durchsetzen werden?


Ich glaube, dass sich auf Dauer hauptsächlich Großanlagen durchsetzen werden, denn wir sprechen hier bei der Aquakultur von industriellen Anlagen zur Produktion von Speisefischen. Aus unseren bisherigen wirtschaftlichen Erfahrungen, liegt der Rückschluss nahe, dass sich auf Dauer nur Anlagen wirtschaftlich betreiben lassen, die in industriellem Maßstab produzieren, bzw. Zulieferer für die Großindustrie darstellen. Diese Erkenntnis ist Basis der Geschäftsstrategie der UFT AG.

 Wir bedanken uns für das Interview.


© 2005 Aquakulturtechnik.de
 

 
 




   zurück zum Seitenanfang | zur Startseite zurück | Anfrage/Kontakt |

Senden Sie E-Mails mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an: office@aquakulturtechnik.de
Copyright © 2004 m-haditec GmbH & Co. KG